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In Balance zwischen Stabilität und Wandel

Eine neue Generation hat im Januar die Führung von DACHSER übernommen. Das Team im Executive Board mit dem neuen DACHSER CEO Burkhard Eling steht für die Balance zwischen Stabilität und Wandel in dem Familien - unternehmen. Dr. Andreas Froschmayer, Corporate Director Corporate Strategy & PR, über einen von langer Hand vorbereiteten Schritt, der Herkunft mit Zukunft verbindet.

Die Antwort auf die Dynamik der Welt ist mehr Agilität.
Die Antwort auf die Dynamik der Welt ist mehr Agilität.

Es scheint paradox: Während weltweit coronabedingte Lockdowns das öffentliche Leben und viele Wirtschaftsbereiche in Einzelhandel, Tourismus und Gastronomie immer wieder anhalten, scheint sich die Welt gleichzeitig immer schneller zu drehen: Digitalisierung, Globalisierung, Klimawandel und neu gedachte Mobilitätstechnologien schreiten unaufhörlich weiter voran. Mit hoher Dynamik verändern sie die Märkte und das Miteinander in Wirtschaft, Politik und Gesell - schaft. „Transition“ – also der Prozess des Übergangs auf ein neues, anderes Level –  wird zum Leitmotiv der Zukunftsfähigkeit. Auch und gerade in der Logistik.

Bei DACHSER findet dieser Übergang seinen Ausdruck in dem von langer Hand vorbereiteten Führungswechsel. Bernhard Simon und Michael Schilling vom Executive Board wechseln in den Verwaltungsrat. Nun führt ein neues Executive Board mit Burkhard Eling als CEO und Sprecher des Vorstands die operativen Geschäfte des Familien - unternehmens.

„Meine Vorstandskollegen und ich übernehmen ein über - aus robustes und wachstumsstarkes Unternehmen, das sich selbst von den Herausforderungen der Corona-Krise nicht vom Kurs hat abbringen lassen. Den Menschen bei DACHSER ist es mit ihrem enormen Know-how und Engagement gelungen, die Lieferketten unserer weltweiten Kun - den auch unter widrigen Bedingungen aufrechtzuerhal - ten“, erklärt Burkhard Eling in der Pressemeldung zum Führungswechsel. „Mit dem Vertrauen und Rückhalt der Eigentümerfamilie werden wir als Vorstandsteam die ein - zigartige, menschenorientierte Kultur des Familienunternehmens DACHSER bewahren und das Unternehmen gleichzeitig mit Augenmaß und Agilität auf dem Weg zum weltweit integriertesten Logistikdienstleister weiter ent - wickeln“, so der CEO weiter.

Evolution statt Revolution

Der Übergang von einer Generation auf die nächste ist gerade für Familienunternehmen eine besondere Herausforderung. Nicht überall ist die Nachfolge geregelt und wenn doch, herrscht oft Unklarheit, wie die „Heritage“ – also die Herkunft und die Wurzeln des Unternehmens – mit Aufbruch und kontinuierlicher Entwicklung verbunden werden kann. Im Sinne eines gestalteten Übergangs, also eher einer Evolution statt Revolution.

Professor Dr. Peter May, einer der führenden „Family Business“-Berater und Wegbereiter inhaberstrategischen Denkens in Familienunternehmen, hat dazu einmal im Gespräch mit dem DACHSER magazin die Richtung vor - gegeben: „Die Champions unter den Unternehmen verfü - gen über langfristig angelegte Strategien, kluge und stabile Finanzierungskonzepte und ein gesundes Risikobewusstsein, das sich in erster Linie daran orientiert, die Werte im Unternehmen langfristig zu sichern. Darüber hinaus spielt der Grad an Professionalität in allen Bereichen des Unternehmens eine entscheidende Rolle sowie die Fähigkeit, neue Perspektiven und innovative Denkansätze im Unternehmen zuzulassen.“

„Die Champions unter den Unternehmen verfügen über langfristig angelegte Strategien, kluge und stabile Finanzierungskonzepte und ein gesundes Risikobewusstsein.“

Der Führungswechsel bei DACHSER zielt genau darauf ab. Bei der Fortschreibung der über 90-jährigen Erfolgs ge - schichte gibt der neue CEO, der bereits 2012 zu DACHSER kam und seit 2016 mit Bernhard Simon die „Transition“ vorbereitet hat, die Richtung vor: „Um das Unternehmen in der Balance zwischen Stabilität und Wandel zu halten, folgt der neue DACHSER-Vorstand weiter konsequent den eigenen strategischen Leitplanken. Denn sie geben DACHSER Orientierung, bereiten agilem Handeln auf dynamischen Märkten den Weg und ermöglichen in der Umsetzung und weiteren Anschlussfähigkeit nachhaltigen Geschäftserfolg“, erklärt Burkhard Eling.

Das neue Team hat sich darauf intensiv vorbereitet. „Wir haben uns in den vergangenen Monaten mit unseren neuen Rollen auseinandergesetzt und sind in vielerlei Hinsicht ein Team geworden. Wir sehen uns gut gerüstet, die kommenden Herausforderungen zu meistern“, fasst Burkhard Eling die erfolgreiche Vorbereitung zusammen. „Dazu setzen wir auf Augenmaß und das angemessene Tempo, das DACHSER als ein robustes, erfolgreiches und systemrelevantes Unternehmen ausmacht.“ Gerade in der Krise habe sich das Unternehmen so sehr gut behauptet. „Wir haben bewiesen, dass wir unsere Prozesse und unser Geschäft bis ins Detail verstehen und äußerst erfolgreich beherrschen. Wir haben unseren Kunden und Servicepartnern Stabilität gegeben. Und wir haben unsere Unternehmenswerte gelebt.“

Die Weichen für alle strategischen Überlegungen und Entscheidungen, die das tägliche Arbeiten bei DACHSER bestimmen, stellt die Mission. Sie ist gewissermaßen die verbindende Überschrift allen Handelns bei dem Logistikdienstleister: „Wir schaffen die weltweit intelligenteste Kombination und Integration logistischer Netzkompetenzen. Wir optimieren so die Logistikbilanz unserer Kunden.“

Die nächste Generation im Vorstand von DACHSER: Robert Erni, Alexander Tonn, Burkhard Eling, Edoardo Podestà und Stefan Hohm (v.l.n.r.).
Die nächste Generation im Vorstand von DACHSER: Robert Erni, Alexander Tonn, Burkhard Eling, Edoardo Podestà und Stefan Hohm (v.l.n.r.).

Das Netz geht über alles

Eine klare Mission ist der Kompass, der den Weg in die Zukunft weist und zugleich hilft, den angestrebten Kurs auf dem Weg zum integriertesten Logistikdienstleister zu erreichen. Die Leitplanken dafür setzt ein klares Bekenntnis: „Das Netz geht über alles. Wir werden das DACHSER-Netzwerk geografisch immer weiter entwickeln und verdich - ten, um Leistungen für Kunden europäisch und weltweit anbieten und im Sinne unserer Mission als ‚integriertester Logistiker‘ erfüllen zu können“, gibt Burkhard Eling die Richtung vor.

Damit knüpfen DACHSER und die neue Führung nahtlos an die eigene Geschichte an. Dazu ein Blick zurück: Das anfangs zunächst auf Deutschland und seine nächsten Nachbarn konzentrierte Netzwerk war zu Beginn der strategischen Entwicklung noch weit entfernt von einem europäischen Netzwerkgedanken mit all den Standards und Qualitätsmerkmalen, wie sie heute als selbstverständlich gelten. Um zukunftsfähig auf expandierenden Märkten zu sein, musste DACHSER ab den 90er-Jahren sowohl die physischen als auch die informatorischen Voraussetzungen schaffen.

Mit einem enormen Aufwand wurde in beiden Business Lines ‚European Logistics‘ und ‚Food Logistics‘ für integrierte Prozesse gesorgt. Ein intensives Change Management überzeugte damals alle Mitarbeiter in Europa davon, in einem unverwechselbaren Netzwerk zusammenzuar - beiten und dessen Vorteile jeden Tag aufs Neue auszuschöpfen. Der Erfolg bei unseren europäischen Kunden bestä - tigt dies. Er war der Motor für eine länderübergreifende DACHSER-Kultur, die auch für unser weltweites Air & Sea Logistics Netzwerk Ausstrahlung hat. Dies hilft uns, unsere globalen Netze engmaschig zu verknüpfen und ein immer agileres Handeln zu ermöglichen.

Krisenfest aufgestellt

Auch für den neuen Vorstand haben in der Entwicklung von DACHSER die Leistungsbereitschaft und Steuerungs - fähigkeit des Netzwerks immer Priorität. Die daraus ent - stehende Robustheit ist auch eine Grundvoraussetzung, um jederzeit auf unvorhergesehene Entwicklungen, wie sie zuletzt die Corona-Krise mit sich brachte, reagieren zu können. Lieferketten, die für die Versorgung von Industrien und Bevölkerungen essenziell sind, auch unter schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten, ist nur möglich in ‚atmenden‘ Netzwerken mit eingespielten Systemen und Men - schen, die wissen, was sie tun, wo sie hinwollen und was sie gemeinsam erreichen möchten.

„Wir wollen mit Nachdruck und aus Überzeugung den Kundennutzen optimieren“, erklärt Burkhard Eling. Die Perspektive sei dabei durchaus auch im eigenen Interesse: „Wenn wir unsere Kunden zu Botschaftern unserer Leis - tung machen, dann ergeben sich als Konsequenz Erfolg und Nutzen für alle Beteiligten.“

Im Operativen mit der Zeit zu gehen, ist die eine Seite eines erfolgreichen Übergangs. Die andere ist die Vermittlung der Gründe und der Sinnhaftigkeit. Bei DACHSER ist der Dreiklang von Strategie, Struktur und Kultur für die Bindung und Loyalität unserer Führungskräfte und Mitarbeiter zum Unternehmen essenziell. Die Fixpunkte jeglicher Veränderungen bilden die zentralen DACHSER-Werte: Unternehmertum und Mut zur Innovation, integrative Verantwortung, Nachhaltigkeit, Loyalität und Engagement, Integrität und Ehrlichkeit, Weltoffenheit und Respekt – das Bekenntnis zu diesen Werten schafft auf allen Ebenen jederzeit die notwendige Klarheit und Orientierung für das tägliche Handeln der Führungskräfte und Mitarbeiter. Für den neuen Vor - stand heißt dies: das Vertrauen in DACHSER sichern und sich weiter Vertrauen erarbeiten.

Burkhard Eling ist seit Januar 2021 der neue CEO von DACHSER.
Burkhard Eling ist seit Januar 2021 der neue CEO von DACHSER.

Weltweit gültige Werte

Indem sich DACHSER nicht nur zu seinen Werten bekennt, sondern diese auch sehr bewusst und entschieden lebt und dies proaktiv nach außen wie nach innen kommuniziert, schafft das Unternehmen die Voraussetzungen, auch künf tig auf „gesunde“ Weise zu wachsen. Dazu ge - hört auch Compliance, also das kontinuierliche Bewusstmachen von Verhaltensregeln, die auf der DACHSER-Kultur und weltweit allgemeingültigen ethischen und rechtlichen Grundnormen aufbauen. Unter dem Begriff „Integrity in Logistics“ haben diese Werte und Normen eine zentrale Bedeutung und Verankerung für die globale Unternehmenssteuerung erhalten.

Von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung von DACHSER als global Player und Corporate Citizen ist auch, dass die Gesellschafter diesen Kurs unter stützen, auch wenn nach dem Wechsel von Bernhard Simon aus dem operativen Geschäft in den Verwaltungs rat kein Familienmitglied mehr an der Spitze des Unter nehmens steht. Die Gesellschafter bekennen sich zum Familienunternehmen, sie pflegen einen engen Zusammenhalt und sind bereit, den berechtigten Interessen des ge meinsamen Unternehmens auch gegenüber eigenen Indi vidualinteressen einen grundsätzlichen Vorrang einzu räumen. Für die neue Führung sowie alle Mitarbeiter ist dies gerade im Übergang ein starker Vertrauensbeweis und eine große Motivation.

„In herausfordernden Zeiten haben wir eine besonders große Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern, insbesondere den jungen Menschen“, betont Burkhard Eling. „Die nächste Generation als wertvolle Mitarbeiter auszubilden, zu fördern und anschließend langfristig zu halten, ist Teil unserer Kultur. Und es ist von beiderseiti - gem Vorteil, wenn man sich jederzeit aufeinander verlas - sen kann.“ Loyale Verbundenheit präge bei DACHSER auch das Verhältnis zu langjährigen Transportpartnern, denen der Logistiker bestmögliche Sicherheit geben wolle. Etwa durch kontinuierliche Aufträge und eine faire und rasche Bezahlung.

Die Botschaft der neuen Führungsmannschaft ist klar: „Wir werden das Gute bewahren, das DACHSER einzigartig macht. Gleichzeitig werden wir mit dem Vertrauen und Rückhalt der Eigentümerfamilie daran arbeiten, unsere Agilität zu erhöhen. Dies ist insbesondere aufgrund der weiter schnell voranschreitenden Digitalisierung aller Branchen und Bereiche nötig. So können wir weiter auf unserem Weg zum weltweit integriertesten Logistikdienst - leister voranschreiten.“ DACHSER werde deswegen aktiv die zentralen Herausforderungen der kommenden Dekade angehen: Digitalisierung bei gleichzeitiger Kundennähe, Nachhaltigkeit und Fachkräftemangel.  Für und mit den Kunden die Lieferketten jederzeit und vollumfänglich am Laufen zu halten und jederzeit die gewohnt hohe Quali - tät zu liefern, sei der hochgesteckte eigene Anspruch. „Auf DACHSER kann man sich verlassen: Diesen Satz wollen wir mit Ehrlichkeit leben“, sagt Eling. Auch weil darin schon im Übergang so viel Zukunft steckt.

Ansprechpartner Joanne Fernandes